SAH Fotos | Bilder Nordgang

( « Prev Album | Next Album » ) Der Nordgang wurde im Jahr 2002 entdeckt. Nachdem wieder die Forschungsgenehmigung erteilt wurde, konnte dieser Seitenteil durch einen Syphon zugänglich gemacht werden. Nach und nach wurde in vielen Forschungstouren dieser bemerkenswerte Abschnitt- des Herbstlabyrinthes vermessen und dokumentiert. Die Länge dieses bisher größten Nebenganges liegt zur Zeit noch bei 1400 m. Leider erstreckt sich der Nordgang direkt durch den aktiven Abbau und wird in den nächsten Jahren zerstört. Um wenigstens eine Kartierung und eine ausführliche Foto- und Videodokumentation zu ermöglichen wurde rechtzeitig mit dem Steinbruchbetreiber Kontakt aufgenommen und eine Betretungserlaubnis über den Kalkbruch erteilt. So war es über mehrere Monate möglich den Nordgang von verschiedenen Zugängen im Abbaubereich zu betreten.
Wie in der hydrologischen Beschreibung zu entnehmen ist bildet ein zeitweise aktiver Bach hier den Mittelpunkt. Alle hiermit verbundenen Höhlenformen sind somit anzutreffen. Zu erwähnen sind besonders die ausgeprägten Bachhohlkehlen wie auch die mit Fließfacetten wunderschön herauspräparierten Strecken, in denen sich häufig Gerölle aus Diabas und Sinterschutt befinden. Oft hat sich dieser Bach tief in die alten Sedimente eingegraben und feinste Schichtungen freigelegt, manchmal diese Sedimente unter Sinterplatten fortgespült und eindrucksvolle Gebilde geschaffen. Neben daumen- bis kopfgroßen Geröllen finden sich aber auch einige zentnerschwere Diabasblöcke im Bachbett, wobei hier die Herkunft nicht eindeutig geklärt werden konnte (eingespült oder als Kluftfüllung herauspräpariert ? ). Der Nordgang ist auf mehreren Niveaus, die sich z.T. über eine Vertikaldifferenz von 45 m erstrecken, befahrbar. Die Raummaße erreichen durchaus auch mal 10 m Höhe und sind in der Regel 1 – 5 m breit. Wiederum einzigartig sind die Sinterformen. Zu nennen sind hier massenhafte Excentriquesvorkommen,
schneeweiße Kerzenstalagmiten, Sinterkaskaden, mächtige Sinterberge, Kristallbecken, Makkaronis uvm. Alle Sintervorkommen machten u.a. einen sehr jungen Eindruck. Alte, zerrissene oder gar gefällte Sinter konnten nur in einem Seitenteil, dem sogenannte Igelgang beobachtet werden. Dies kann ein Hinweis auf das Alter des Nordganges sein und darauf, das sich dieser im Vergleich zu den anderen Höhlenteilen möglicherweise erst später so ausgeprägt hat.

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